Was sind Nolana-Schafe?

„Lana“ kommt aus dem Lateinischen/Spanischen und bedeutet Wolle. Die Beudetung von „No“ dürfe klar sein:

Nolana heißt keine Wolle

Nolana-Schafe sind Schafe ohne Wolle.

Nun fragen sich viele, warum es Schafe OHNE Wolle gibt?

Der Wollpreis in Deutschland entspricht dem Weltmarktpreis und der ist soweit gesunken, dass sich die Wollproduktion in Deutschland kaum noch lohnt. Nur große Betreibe, die billige Scherkolonnen einsetzen, schaffen es, durch den Wollerlös die Schurkosten zu decken.

Für kleine Betriebe, Hobbyhalter und sogar große Betriebe, die alte Rassen zur Landschaftspflege (z.B. Heidschnucken in der Lüneburger Heide) halten,  ist die Schafschur ein Verlustgeschäft.

Frieren Schafe ohne Wolle?

Nein, die Wolle wurde den Schafen erst im Laufe von mehreren tausend Jahren angezüchtet. Nolana-Schafe werden auf das Haarkleid der Wildschafe zurückgezüchtet, wie es z.B. auch freilebenden Rehe etc. haben. Im Winter bildet sich eine dichte Wolle, die im Frühjahr wieder selbstständig abgestoßen wird.

Haarschafrassen

Vor allem in den heißen Regionen der Erde, aber auch in England haben sich seit Ewigkeiten Schafrassen ohne Wollkeid erhalten. In Deutschland sind als Haarschafrassen Kamerunschafe, Barbados-Blackbelly, Dorper und Wiltshire Horn vorhanden. Wegen Einführbeschränkungen der EU ist die Einfuhr weiterer Haarschafe praktisch ausgeschlossen.

Die Nolana-Idee

Um auf die veränderte Marktsituation zu reagieren, wird weltweit der Gedanke verfolgt, aus einheimischen Wollschafrassen und/oder verschiedenen Haarschafrassen ein wirtschaftliches Haarschaf zu erzüchten, dass möglichst viele guten Eigenschaften der Ausgangsrassen kombiniert. Nolana-Schafe gibt es unter anderen Namen weltweit! Zahlreiche Rassebeschreibungen findet man auf der Internetseite des Nolana-Netzwerks Deutschland.

Nolana-Schafe in Deutschland

Unter der Leitung der Fachhochschule Osnabrück begann die Geschichte der deutschen Nolana-Zucht 1995. Verschiedene Haarschafrassen wurden kontrolliert in Wollschafherden eingekreuzt. Mit der aus dieser Paarung entstandenen Nachzucht wurde weiter gezüchtet und nach festgelegten Anforderungen selektiert.

Mitlerweile wird das Nolana-Projekt von zahlreichen privaten Züchtern und weiteren wissenschaftlichen Instututionen getragen, wie z.B. den Universitäten Kassel und Göttingen sowie den staatlichen Versuchsbetrieben in Köllitsch und Aulendorf.

Zuchtstandards

Nolana-Schafe werden in zwei Zuchtrichtungen gezüchtet. Dem Nolana-Fleischschaf für die Fleischerzeugung und dem etwas leichteren Nolana-Landschaf zur Flescherzeugung und Landschaftspflege.

Das Nolana-Landschaf soll rotbraun bis rotblond sein. Andersfarbige Schafe werden im Herdbuch noch mitgeführt, bis in der Gesamtpopulation genügend braune Tiere vorhanden sind. Dieser Zeitpunkt ist noch nicht absehbar, da eine zu frühe Eingrenzung die genetische Vielfalt zum jetzigen Zeitpunkt zu sehr eingrenzen würden.

Das Landschaf ist assasional, d.h. es kann ganzjähig tragend werden und ca. 3 mal in 2 Jahren lammen. Dies erfordert dann selbstverständlich eine sehr intensive Fütterung. Bei einmaliger Lammung ist eine extensive Haltung möglich.

Die Schafe sind sehr fruchtbar. Zwillingsgeburten werden angestrebt.

Hornlosigkeit wird ebenfalls angestrebt und ist auch mein Ziel, da ich mit Elektronetzen arbeite. Da viele der Ausgangsrassen Hörner tragen, sind in der Nolana-Population immer noch einige gehörnte Tiere oder solche mit Stummelhörnern.

Das Nolana-Netzwerk hat folgende Gewichte als Standard festgelegt.

Körpergewichte von Nolana-Landschafen

Altböcke:  75 – 100 kg
Jährlingsböcke:  50 – 70 kg
Mutterschafe:  55 – 75 kg
Geburtsgewichte:  3,5 – 4,5 kg
Jährlingsschafe:  45 – 55 kg

Die meisten meiner Tiere bewegen sich am oberen Rand der Skala. Meine eigenen Lämmer haben Tageszunahmen im Bereich von ca. 300g und erreichen das Schlachtgewicht demnach nach ca. 4 bis 5 Monaten.

Die umfangreichen Zuchtziele können auf www.nolana-schafe.de eingesehen werden.

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